Recht auf Reparatur – Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit
Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Daniel Büchle, dem Geschäftsführer der AfB social & green IT, mit Dr. Elmer Lenzen vom Magazin UmweltDialog über das Thema Recht auf Reparatur zu sprechen. In einer kurzweiligen Podcast-Folge beleuchteten wir die Herausforderungen und Chancen dieser neuen EU-Initiative, die im Juli 2024 vom EU-Parlarment beschlossen wurde und noch in nationales Recht umgesetzt werden muss.

Warum das Recht auf Reparatur wichtig ist
Wer kennt das nicht? Der Akku des Smartphones gibt den Geist auf, oder die Waschmaschine streikt – und anstatt zu reparieren, wird oft direkt neu gekauft. Dieses Verhalten ist nicht nur teuer, sondern auch ökologisch fragwürdig. Mit dem neuen EU-Recht auf Reparatur soll genau hier angesetzt werden: Ziel ist es, Produkte länger nutzbar zu machen, Abfall zu reduzieren und den Verbrauch von Ressourcen zu minimieren.
Die neue Richtlinie verpflichtet Hersteller dazu, Ersatzteile und Reparaturanleitungen bereitzustellen sowie Reparaturen zu angemessenen Kosten anzubieten. Verbraucher können künftig auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung eine Reparatur verlangen – ein wichtiger Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft.
Refurbishment als nachhaltige Alternative
Neben der Förderung von Reparaturen wächst auch der Markt für Refurbished-Produkte in Deutschland rasant. Unternehmen wie AfB bereiten gebrauchte IT-Geräte professionell auf und verlängern deren Lebenszyklus. Dies spart nicht nur Ressourcen, sondern bietet auch eine preiswerte Alternative zum Neukauf. Laut Studien greifen bereits 15 % der deutschen Unternehmen auf Refurbished-IT zurück – Tendenz steigend.
Herausforderungen und Chancen
Es gibt jedoch auch einige Hürden, die zu nehmen sind. Stand heute gibt es den Reparaturbetrieb um die Ecke nur noch selten. Diese Infrastruktur wurde über Jahre vernachlässigt und muss erst wieder aufgebaut werden. Gleichzeitig sind wichtige Fähigkeiten verloren gegangen: Das Wissen und die Kultur des Reparierens. Diese müssen wieder etabliert werden, um eine echte Veränderung zu bewirken.
Darüber hinaus fehlen vielerorts Fachkräfte für Reparaturdienstleistungen, was die praktische Umsetzung erschwert. Hersteller stehen zudem vor einem erheblichen logistischen Aufwand, da Ersatzteile vorgehalten und zugänglich gemacht werden müssen.
Das Recht auf Reparatur ist ein bedeutender Schritt in Richtung nachhaltiger Konsum. Es stärkt nicht nur die Verbraucherrechte, sondern bietet Chancen für innovative Geschäftsmodelle wie Refurbishment und ein riesiges potential für qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland und Europa. Repariert wird häufig vor Ort und im Auftrag des Kunden.
Langfristig müssen wir unser verhalten als Verbraucher überdenken und wieder zurück zur Reparatur kommen.
Den vollständigen Beitrag sowie den Podcast finden Sie auf der Website von UmweltDialog.